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Samstag/Sonntag: Straßenfest, Schoki, Schmöker-Stoff und Senta

Vor meiner Haustür fand an diesem Wochenende ein Straßenfest statt, das sich für mich schon aus zwei banalen Gründen lohnte:

Zum einen hatte ich beim Herumstreunen in meiner Straße zum ersten Mal Gelegenheit, in einen neuen Schokoladenladen hineinzuschnuppern.

Wegen der netten und kompetenten Beratung verließ ich den Schoko(laden)laden mit drei sündhaft teuren Tafeln, die aber so schmackhaft waren, dass ich sie für durchaus preiswert halte.

Als da wären:
  • Stainer Madras Curry aus der Toskana (Rohrzucker, Kakaobutter, Milchpulver, Madras Curry [Koriander, Gelbwurz, scharfe Pfefferschoten, Kreuzkümmel, griechisches Heu, Kümmel, Ingwer, schwarzer Pfeffer], Emulgator: Soja-Lecithin, Bourbon-Vanille) - ist mir als weiße Schokolade etwas zu süß, um ein ernsthafter Fan zu werden, bietet aber ein spannendes Geschmackserlebnis.
  • Zotter Edelbitterschokolade, gefüllt mit Blütenpfeffer, Minze und Schokolade (aus Österreich) - schmeckt genauso gut, wie es sich liest.
  • Zotter Edelbitterschokolade, gefüllt mit Chilicreme - ditto
Schoko-Leckereien von Stainer und Zotter

Und dann war da noch ein Buchhöker - gebrauchte Schmöker für 1 Euro. Ein Fest! Die gestrige Ausbeute war horizonterweiternd. Nachdem ich neben den Kochbüchern von Anthony Bourdain ("Geständnisse eines Küchenchefs") auch seine überraschend guten Krimis verschlungen habe, bekam ich neues Lesefutter, das Appetit auf mehr machen könnte: "Prime Cut" von Diane Mott Davidson. Als Ausgleich ein zweites Buch über eine bestimmte Art von Diät: Suzanne Schlosbergs "The Curse of the Singles Table - A True Story of 1001 Nights Without Sex".

Angelehnt ans Storck-Riesen-Motto ("Den ersten Abschnitt liest er immer noch im Laden!"), schaute ich am Budweiser-Stand nebenan in meine Neuerwerbungen 'rein - und war froh, zwei Euros gut angelegt zu haben.

Diane Mott Davidson: >> Like a fudge soufflé, life can collapse. You think you have it all together - fine melted chocolate, clouds of egg white, hints of sugar and vanilla - and then bam. There's a reason things fall apart, my husband would say. But of course Tom would say that. He's a cop. << Schon überzeugt. (Erst recht, als ich später las, dass all ihre Krimis Rezepte enthalten und dass ihre Buchtitel stets Wortspiele mit kulinarischen Themen beinhalten - mein spontaner Favorit: "The Cereal Murders".)

Bei Suzanne Schlosberg brauchte ich zwei Abschnitte, um 'reinzukommen: >> I could tell you that I came to the most remote corner of Arctic Russia because of an interest in life on the tundra in the post-Soviet era. Except it wouldn't be true. The reason I'm here is that I have gone one thousand forty-four days without sex.
Let me clarify: I did not come to Provideniya to get laid. That would be like traveling to North Dakota for Ethopian food
(Anm. DrYes: Womit wir wieder beim Essen wären.) There are maybe forty single guys in this town, and it appears that the majority are border guards wearing the type of oversized sunglasses last seen on Starsky and Hutch. Not a good look really. <<

Heute stöberte ich noch zwei weitere Male in den Ausverkaufskartons, Ausbeute u. a.:
  • Kurt Vonnegut, Jr.: Wampeters, Foma & Granfalloons (schöner Titel)
  • Saul Bellow: Humboldt's Gift
  • Dagobert Lindlau: Der Mob
  • Cheryl Benard/Edit Schlaffer: Laßt endlich die Männer in Ruhe oder Wie man sie weniger und sich selbst mehr liebt; Die Grenzen des Geschlechts - Anleitungen zum Sturz des Internationalen Patriarchats
Benard/Schlaffer mag ich seit "Der Mann auf der Straße. Über das merkwürdige Verhalten von Männern in ganz alltäglichen Situationen". Sie arbeiten als Sozialwissenschaftlerinnen in Wien und schreiben sehr polemisch, aber (leider) meist auch sehr stimmig über das oben erwähnte merkwürdige Verhalten des Manns an sich.

Wo ich schon mal am Schwadronieren bin, will ich eben noch schnell eine weitere starke Frau (und Autorin: "Ich hab ja gewusst, dass ich fliegen kann") erwähnen, deren jüngste Episode von "Unter Verdacht" ich am Samstag zwischen Straßenfest, "Superbad" und Public Enemy sah: Senta Berger. Nach der Erstausstrahlung auf arte an diesem Wochende wird die Episode "Hase und Igel" mit Sicherheit auch irgendwann mal im ZDF laufen. Unbedingt schauen!

In der ohnehin schon einzigartigen Reihe um die interne Ermittlerin Eva Maria Prohacek (vielschichtige Paraderolle für Berger) war dies eine besonders spannende Folge, u. a. wg. des immer großartigen Christoph Waltz und der Tatsache, dass Prohaceks aalglatt-schmierigem Chef Claus Reiter (ebenfalls wunderbar: Gerd Anthoff) diesmal das Wasser bis zum Hals steht.

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